SG Littel / Benthullen - Jahn Delmenhorst II 6:8 nach Elfmeter
Abwechslungsreich und spannend ging es in diesem Kreispokalspiel (1. Runde) zu und „Schuldige“ an dieser Niederlage gab es auch – doch dazu später.
Der TV Jahn war als Kreisligist die höherklassige Mannschaft. Den Klassenunterschied konnte man in der ersten halben Stunde auch merken. Bereits nach 5 Minuten gingen die Gäste mit 1:0 durch Nane Schwerdtfeger in Führung. Bei einem hohen Pass von rechts stand sie frei am langen Pfosten und hatte keine Mühe, den Ball im Tor unterzubringen. Dann ergaben sich aber auch Gelegenheiten für die Heimmannschaft. In der 8-Minute eine Doppelchance durch Franziska Mellentin und Vanessa Niemann. Beide schossen aber die Jahn-Keeperin Kira Gedanitz an. Der Torhüterin merkte man an, dass sie noch nicht so häufig im Tor gestanden hat, eher eine Verlegenheitslösung war. Dafür machten es ihre Mitspielerinnen besser. Die Delmenhorster waren in dieser Phase das spielbestimmende Team und drückte die SG in die Defensive. In der 18. Minute fast das 0:2, als der Ball mit der Hacke aufs Tor gespielt wurde, Maja Beneke aber gut parierte. Janna van Rüschen und Vanessa Hanken scheiterten wieder unglücklich an der Jahn-Torhüterin (20./21.Min), die dabei wieder unsicher wirkte. Im Gegenzug nutzte Dina Matzdorf einen erneuten Abwehrfehler zum 0:2, wobei Maja Beneke keine Chance hatte, den halbhohen Torschuss zu halten. Ein Lichtblick war dann der Pfostenschuss von Vanessa Niemann in der 25.Minute. Bessre machte es dann Jahn, als Jenny Eickhoff eine wiederholte Unsicherheit in der Abwehr der Heimmannschaft zum 0:3 nutzte. Die Defensive der SG bekam keinen Zugriff auf den Gegner, das Zweikampfverhalten war fehlerhaft und man ließ den Spielerinnen der Gäste zu viel Spielraum. Alles sah jetzt nach einer deutlichen Klatsche aus, denn die Delmenhorsterinnen waren bisher technisch besser und zeigten ein deutlich besseres Kombinationsspiel. Dann kippte nach einer halben Stunde aber überraschend das Spiel. Michele Riesenbeck kam schnell über die rechte Angriffsseite, ihr genaues Zuspiel verwandelte Vanessa Otten zum 1:3. Die zahlreichen Zuschauer bejubelten den Treffer und feuerte ihre Mannschaft nun bei jeder gelungenen Aktion an. Es herrschte eine tolle Stimmung. Das übertrug sich auch auf ihre Mannschaft, die jetzt gegen nachlassende Gäste ein Übergewicht bekamen. In der 42.Minute spielte Elisa Behrens, die durch ein enormes Laufpensum auffiel, den Ball in den Lauf zu Vanessa Hanken, die gegen die nicht reagierende Torhüterin der Gäste das 2:3 machte (42.). Und es fiel noch kurz vor dem Halbzeitpfiff der umjubelte Ausgleich zum 3:3. Vanessa Hanken passte von außen vors Tor. Doch vor der mitgelaufenen und einschussbereiten Elisa Behrens war Verteidigerin Pauline Thomsen am Ball und von ihrem Bein sprang der Ball unglücklich ins eigene Tor. Die Zuschauer bejubelten den kaum noch für möglich gehaltenen Ausgleich, während die vollkommen geknickte Eigentorschützin erst mal von ihren Mitspielerin getröstet werden musste.
Kurz danach erfolgte der Pfiff zur Halbzeitpause durch Schiedsrichterin Sabrina Hansch (VfL Wildeshausen). Sie leitete das sehr faire Spiel (keine gelbe Karte) souverän. Einzig die ein oder andere Abseitsentscheidung gegen die SG hatten einige Zuschauer anders gesehen.
Gleich nach Wiederanpfiff hatte Vanessa Hanken, die schon leicht angeschlagen ins Spiel ging, zwei Möglichkeiten. Doch statt einfach nur bei der Torhüterin aufs Tor zu schießen gingen beide Male der Ball übers Tor. In der 65.Minute verbag Franziska Mellentin, auch sie schoss aus kurzer Entfernung nur Torhüterin Kira Gedanitz an. Jahn kam jetzt nur noch vereinzelt zu Chancen, so in der 72.Minute, als Maryam Matta den Ball am Tor vorbei schoss. Die SG gestaltete die 2.Halbzeit überlegen, in der Offensive fehlte aber die letzte Durchschlagskraft. Und es landeten zu wenig Bälle aufs Tor, Jahn hingegen stand überwiegend aber auch defensiv gut. Das galt auch für die SG, wo vor allem Celine Riesenbeck viele Bälle erlief und die meisten Zweikämpfe gewann. Dann leitete sie auch viele Offensivspielzüge ein, häufig auch im Zusammenspiel mit Verena Schrandt. Die letzte Chance in der regulären Spielzeit vergab dann (87.) noch Vanessa Hanken. Den Pass von rechts außen auf den kurzen Pfosten schob sie neben das Tor.
Also ging es mit einem 3:3 gleich ins Elfmeterschießen das Jahn begann. Vorher wechselten sie noch die Torhüterin. Statt Kira Gedanitz stand jetzt Dina Matzdorf zwischen den Pfosten.
0:1 Alicia Blase
1:1 Michele Riesenbeck (SG)
1:2 Aliana Walker
2:2 Vanessa Niemann (SG)
2:3 Jenny Eickhoff
Vanessa Hanken (SG) - gehalten
2:4 Maryam Matta
3:4 Franziska Mellentin (SG)
3:5 Dina Matzdorf
Damit war die Entscheidung gefallen: Jahn II waren die glücklichen Gewinnerinnen und ziehen in die nächte Runde des Kreispokals ein. Die letzte Schützin der SG musste nicht mehr schießen, damit stand es letztendlich 6:8 nach Elfmeterschießen. Nach dem letzten 11m fielen alle Spielerinnen des TV Jahn Delmenhorst II über Dina Matzdorf her. Sie hatte einen 11m gehalten und den letzten 11m selber verwandelt. Ausgelassen bejubelten die Gäste den letzten Endes glücklichen Erfolg.
Bleibt noch die anfängliche Frage nach den „Schuldigen“ an der Niederlage zu klären. Nach Spielschluss ging Torhüterin Maja Beneke zu ihren Eltern, die als Zuschauer das Spiel verfolgt hatten. „Ihr seid schuld, dass wir verloren haben. An 2 Bällen war ich noch dran. Wenn ihr etwas größer gewachsen wärt, wäre ich auch größer und hätte mindestens 2 Elfmeter gehalten!“ So einfach und humorvoll ist die Niederlage zu erklären.








